Wearables Tech

Smartwatches Vergleich und Test

Alleskönner am Handgelenk

Als Apples CEO Tim Cook am 09. September 2014 auf die Bühne im Flint Center in Cupertino Californien tritt, ist sich noch niemand bewusst, dass die von ihm vorgestellte Smartwatch ein vollkommen neues Produkt in den Massenmarkt tragen wird. Die an diesem Tag vorgestellte Apple Watch ist der bekannteste Vertreter der im Moment in aller Munde befindlichen intelligenten Uhren. Ein herausragender Vertreter der Gattung Smartwatch, der das Bewusstsein für diese Devices erst in einen Massenmarkt hinein getragen hat.

Dabei ist die Idee beileibe keine neue. Bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts tauchten frühe Modelle in Film und Fernsehen auf. Und während Captn Kirk schon in das Mikrofon an seinem Handgelenk sprach, war die reale Menschheit noch weit entfernt von jeglicher Form der Smartwatch. Der erste ernst zu nehmende Vertreter kam - ironischer, wenn man Apples heutige Marktführerschaft und den erbitterten Kampf zwischen den beiden Unternehmen heute betrachtet - von der Firma Microsoft. Wer den Kampf danach allerdings für sich entscheiden konnte und, wie die Marktsituation heute aussieht, erfahren Sie im weiteren Verlauf dieses Textes.

Weiter in der Geschichte: Das soeben bereits genannte Unternehmen Microsoft stellte auf der Consumer Electronics Show (CES) 2003 in Las Vegas mit der SPOT-Watch das erste mal eine Uhr vor, die Informationen aus dem Internet visualisieren konnte. Diese Produktkategorie repräsentierte zur damaligen Zeit ein absolutes Novum. Heute hat sich das ganze ein wenig diversifiziert und es gibt, nachdem unzählige weitere Anbieter eigene Devices auf den Markt gebracht haben, eine große Menge verschiedener Modelle, die im Handel gekauft werden können. Den Überblick zu behalten fällt schwer.

Smartwatch Test 2016

Im Folgenden haben wir daher unsere Top 7 der besten Smartwatches aufgeführt. Mit Klick auf einen der Buttons gibt es entweder weitere Informationen bei unseren Partner-Programmen oder unseren ausführlichen Testbericht zu lesen:

Samsung Gear S3

Bild einer Samsung Gear S3

Die Samsung Gear S3 Classic ist eine Smartwatch für Menschen, die gerne Stilvoll durch die Welt gehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Modellen anderer Hersteller, wirkt die Gear S3 wie ein klassischer Präzisionszeitmesser. Dennoch (und das ist das Coole) kann das Wearable vollkommen nach den eigenen Wünschen angepasst und individualisiert werden. Es stehen viele verschiedene Ziffernblätter und Funktionserweiterungen zum Download zur Verfügung. Damit sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Weiterhin spannend, sind Funktionen, wie das eingebaute GPS, das den sonst üblichen Einsatz eines Mobiltelefons zumindest für das Tracken von Entfernungen und Geschwindigkeiten unnötig werden lässt und der integrierte, vom Handy unabhängige MP3 Player. Musikstücke, die im interenen 4GB fassenden Speicher hinterlegt sind, können so easy und direkt von der Smartwatch aus abgespielt werden. Es gibt sogar einen Lautsprecher, falls die Bluetooth Kopfhörer gerade mal nicht in Griffweite sind.

Zusätzlich besitzt die Samsung auch Geschwindigkeits-, Höhen- und Luftdrucksensoren und sie ist nach IP681 Standard gegen Wasser und Staub geschützt.

Garmin vívoactive HR

Bild einer Garmin vívoactive HR

Eine Sportskanone. Die Garmin vívoactive HR ist eine Smartwatch der durchtrainierten Sorte. Die Uhr ist damit der perfekte Partner für alle, die sich aktiv durch das Leben bewegen. So kann das Device nicht nur (wie jede andere Smartwatch auch) die tägliche Aktivität messen, es erfasst zudem auch noch die Herzfrequenz des Trägers. Mit diesem Feature kann man auch bei einem Marathon schnell mal kontrollieren, ob man eher cool oder kurz vor dem zusammenbrechen ist. Vermutlich keine schlechte Funktion für ambitionierte Freizeitathleten.

Das Wearable hat einen integrierten GPS Empfänger. Daten, wie zum Beispiel die zurückgelegte Entfernung und die dabei erreichten Geschwindigkeiten können so erfasst (beziehungsweise in zweiterem Falle errechnet) werden, ohne, dass ein Mobiltelefon in der Nähe sein muss. Gerade für Läufer, die nicht so gerne ihr Smartphone mitnehmen wollen, ist diese Funktion optimal.

Die Smartwatch hat einen auch bei Sonneneinstrahlung gut lesbaren Touchscreeen und Smart Notifications wie die für E-Mails, SMS, Nachrichten, Termine oder Benachrichtigungen von sozialen Medien und anderen mobilen Apps an Bord. Der Akku hält bis zu 8 Tage bei normaler Nutzung und bis zu 13 Stunden bei dauerhafter Benutzung von GPS.

Apple Watch

Bild einer Apple Watch

Was soll man zur legendären Apple Watch noch sagen? Jeder kennt sie, (fast) jeder liebt sie. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese Uhr das Thema Smartwatches erst in die Köpfe der Verbraucher hineingetragen hat. Erst dieses Gerät gab dem Otto-Normalverbraucher eine Vorstellung davon, was smarte Uhren leisten können.

Sieht man sich die vorhandenen Funktionen an, fällt schnell auf, dass das Wearable auf eine maximal mögliche Verzahnung des WatchOS mit dem mobilen Betriebssystem iOS setzt. Neben dem obligatorischen Fitness und Gesundheitstracking kann diese Uhr vor allem eine Verbindung zwischen den Welten herstellen und Brücken bauen, indem es das Mobiltelefon nahezu vollkommen von der Uhr aus bedienbar werden lässt. Da ist es dann egal, ob man einen Anruf starten oder ablehnen möchte oder, ob man eine SMS an die Freundin schreiben will. Alles ist möglich, alles ist nur einen Griff ans Handgelenk weit entfernt.

Die intuitive und clever gelöste Bedienung über das Uhren-Rad und den Touchscreen ist sehr gut durchdacht. Der Touchscreen arbeitet präzise. Das Erreichen und aktivieren von Funktionen wird so zum Kinderspiel. Es ist kein Geheimnis, dass das Bedienen von Smartwatches gelegentlich "frickelig" sein kann. Hier ist es schön gelöst.

Menschen, die es gerne perfekt und einfach haben möchten und die wollen, dass alles ohne großen Zutun funktioniert, sind mit dieser Smartwatch gut beraten. Die einzigen, die nicht auf ihre Kosten kommen, sind die Android-Nutzer, für die der Betrieb der Apple Watch leider nicht möglich ist.

Pebble 2

Bild einer Pebble 2+

Kaum ein Projekt hat auf der Crowdfounding-Website Kickstarter so viel Geld von den Nutzern erhalten, wie die originale Pebble Smartwatch. Das erste Model fuhr seinerzeit sagenhafte 10,3 Millionen Dollar ein. Der hier gezeigte Nachfolger Pebble 2 hat dagegen "nur" 12,7 Millionen Dollar eingesammelt. Das ist aber gar nicht schlimm, hat dieses Geld doch mehr als ausgereicht, um eine Top-Smartwatch zu einem geringen Handels-Preis herzustellen.

War die erste Version noch im Bereich "Plastik-Fantastik" angesiedelt, wirkt der Nachfolger viel solider und besser verarbeitet. Auch das neue Display ist zwar immer noch monochrom (was der Uhr eine Akkulaufzeit von bis zu einer Woche beschert) aber durch den Einsatz von hartem Gorilla-Glas widerstandsfähiger geworden. Überarbeitet wurde auch das Betriebssystem. Dieses fühlt sich nun schneller und schöner an und verzückt das Auge mit coolen Animationen.

Der Pebble-Store bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Watchfaces und Apps. Diese bewegen sich nun oft in Richtung Aktivität und Fitness. Die Pebble 2 hat nun auch endlich neue Gesundheits-Features, wie zum Beispiel eine eingebaute Herzfrequenzmessung, erhalten. Damit können die Aktivitäten des Tages und der Nacht noch genauer erfasst werden und es ergibt sich ein exakteres Bild.

Die Verbindung mit einem Mobiltelefon ist bei der Pebble obligatorisch. Die Smartwatch funktioniert aber glücklicherweise sowohl mit iOS als auch mit Android Geräten. Das Device verbindet sich, wie alle hier gezeigten Uhren per Bluetooth Low Energy mit der Smartphone.

Asus Zenwatch 2

Bild einer Asus Zenwatch 2Bild einer Asus Zenwatch 2

Die Asus Zen Watch 2 ist eine klassische Smartwatch. Mehr kann man erst einmal nicht sagen. Der verbaute Qualcomm APQ 8026 Prozessor macht das Device dabei sehr schnell und das eingesetzte Gorilla-Glass des Displays in Verbindung mit dem robusten Edelstahlgehäuse sorgen für eine lange Lebensdauer. Die Uhr ist ein robuster Begleiter für anspruchsvolle Missionen.

Die Laufzeit des Akkus wird mit max. 57 Stunden abgegeben, was im Mittelfeld aller hier vorgestellten Smartwatches liegen sollte. Dank einer Hypercharging-Schnelladefunktion ist die Smartwatch aber, wenn sie einmal leer ist, auch schnell wieder voll einsatzfähig.

Als Betriebssystem wurde Android Wear OS eingesetzt. Verbinden lässt sich das Wearables aber bei Bedarf auch mit einem Apple Mobiltelefon. Die Uhr spricht iOS und Android.

Die Zen Watch hat einen verbauten Lautsprecher, der auch Telefongespräche direkt über die Uhr oder das Aufzeichnen von Audio Nachrichten ermöglicht. Ob man allerdings wie Michael Knight mit seiner Uhr reden möchte, bleibt dann doch noch jedem selbst überlassen.

POLAR M600

Bild einer POLAR M600 SmartwatchBild einer POLAR M600 Smartwatch

Der Anbieter Polar steht eigentlich seit vielen Jahren für Puls-Uhren für Sportler. Nun wagt sich das finnische Unternehmen aber bereits seit einiger Zeit auch an Smartwatches heran. Eigentlich eine logische Weiterentwicklung, bieten diese Uhren doch in der Regel jetzt schon viele Fitness-Features an. Die Zielgruppe wird es sicherlich mögen.

Die Polar M600 HR läuft auf Android-Wear, was dem Gerät einen großen Funktionsumfang verleiht. Das Device ist so in viele Richtungen per Download von Apps und Zifferblättern erweiterbar. Die Uhr kann mit Android und iOS Smartphones per Bluetooth verbunden werden. Die Verarbeitung von Gorilla Glass lässt sie gegen Stöße und Schläge widerstandsfähig werden.

Besondere Features sind beispielsweise das integrierte GPS und die 4GB interner Speicher, die das ablegen von zum Beispiel Musik direkt auf dem Device möglich machen. Die Uhr ist bis 10m wasserdicht.

Ganz besonders ist bei der Polar-Uhr die Herzfrequenzmessung. Statt der üblichen zwei LED messen ganze 6 Lämpchen den Puls am Handgelenk. Die M600 kann damit noch genauer Auskunft über diesen gerade für Sportler wichtigen Wert geben. Man merkt auf jeden Fall, wo Polar herkommt.

Samsung Gear Fit 2

Samsung Gear Fit 2 ProduktfotoSamsung Gear Fit 2 Produktfoto

Die kleine Samsung Gear Fit 2 Smartwatch ist eher etwas für den Minimalisten. Die Uhr ist sehr klein und schmal am Handgelenk und ähnelt in Größe und Aussehen eher einem Fitness-Armband. Dennoch ist sie mit allen Funktionen ausgestattet, die eine moderne Smartwatch besitzen sollte. Sie trägt die bezeichnung also mit Recht.

Das Device bietet zum Beispiel die altbekannten und mittlerweile ziemlich obligatorischen Funktionen der Herzfrequenzmessung und der GPS Messung an. In Abgrenzung zu anderen Modellen misst die Gear Fit 2 diesen Parameter direkt auf der Uhr selber. Es wurde also ein eigener GPS Sensor spendiert. Die Uhr muss nicht auf ein Smartphone zurückgreifen, um die Messung durchführen zu können. Das ist schön und alles andere als selbstverständlich in der angegebenen Preis- und Größenklasse.

Darüber hinaus kann die Smartwatch natürlich auch Benachrichtigungen anzeigen und Parameter, wie die eigene Schlafaktivität messen. Sie besitzt ein AMOLED-Farbdisplay und ist IP68-Zertifiziert. Das bedeutet, die Uhr ist gegen eindringendes Wasser und Staub geschützt und für jedes Abenteuer gerüstet.

Wer braucht eine Smartwatch?

Diese Frage ist ein wenig provokant und irreführend gestellt. Wer von uns kann wirklich behaupten, eine Smartwatch wirklich zu brauchen? Richtig, niemand. Dennoch ist es so, dass eine solche intelligente Uhr das leben merklich erleichtern kann.

Einfach mal schnell die Mails checken oder auf eine SMS antworten, ohne das Mobiltelefon aus der Tasche nehmen zu müssen. Die smarten Glühbirnen vom Sofa aus auf eine angenehme Helligkeit trimmen oder mal schnell schauen, wo man jetzt gerade hin muss. All das kann eine Smartwatch leisten.

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet daher: Niemand. Es gibt aber Menschen, die den Komfort und die Nützlichkeit zu schätzen wissen.

Smartwatch: Wie teuer sind die Geräte?

Bild einer Smartwatch und eines Computers

PIX1861 @ Pixabay

Unabhängig, ob man sich schon über die Frage “Smartwatch - Ja oder nein?” einig geworden ist, fängt man in der Regel schon einmal an, nach möglichen Modellen Ausschau zu halten. Schnell gelangt man dann zum Thema Preis und zur Frage: Was kann und will man sich leisten? Da es mittlerweile viele Anbieter am Markt gibt, die Uhren für verschiedene Zielgruppen und Märkte anbieten, ist das Angebot einfach riesig geworden. Es gibt in diesem Segment Devices für Einsteiger (z.B. die Pebble, die bereits für ca. 80€ erhältlich ist) und ebenso auch Wearables für mehrere tausend Euro, die von etablierten Luxusuhren-Marken angeboten werden.

Was hier entscheidend ist, ist der Geschmack und der Bedarf. Wer einfach nur schnell mal seine E-Mails checken will, der ist mit einer einfachen Smartwatch bestens bedient. Wer darüber hinaus noch Zusatzfeatures benötigt oder wer gerne einen repräsentativen Armschmuck hätte, der ist bei den hochpreisigen Anbietern vermutlich besser beraten.

Wie funktioniert eine Smartwatch eigentlich?

Gemein ist allen Smartwatches jedoch, dass sie nur in Kombination mit einem Mobiltelefon funktionieren. Dabei stellen die Uhren, wenn man es genau nimmt, nur eine Schnittstelle oder auch ein Bedienelement dar. Die eigentlichen Programme laufen auf dem Phone, während die komplementären Apps auf der Smartwatch lediglich für die Ausgabe zuständig sind.

Nach und nach ziehen die Hersteller nun jedoch einige Funktionen nach, die direkt auf den Geräten ausgeführt werden können. So hat zum Beispiel die im September 2016 vorgestellte Apple Watch 2 ein eigenes GPS Modul verbaut, das eine von Zusatzgeräten unabhängige Navigation ermöglicht.

Smartwatch: iOS oder Android, eine Frage des Geschmacks

Unabhängig von der Bauart und den reinen Hardware-Funktionen, gibt es noch eine weitere Frage, die man sich vor dem Kauf einer Smartwatch stellen muss: Passt das Modell zum Betriebssystem meines Mobiltelefons?

Die beiden großen Kontrahenten auf dem Markt sind derzeit, wenig überraschend, Apple mit dem Betriebssystem iOS und Google mit Android. Der Suchmaschinenriese aus Menlo Park hat dabei mit einem Marktanteil von 86% gegenüber den 13% von Apple rein quantitativ die Nase vorn (Quelle). Dennoch kann der Innovationsführer nicht als abgehängt bezeichnet werden. Diese beiden Systeme lassen weiteren Wettbewerbern kaum Raum. Für welchen der beiden Anbieter man sich entscheidet ist mehr von der persönlichen Präferenz, denn der Funktionalität abhängig.

Nicht ganz außer Acht lassen sollte man aber, da wir hier einen Artikel zum Thema Smartwatches schreiben, dass nicht jede Uhr mit jedem Betriebssystem zusammenarbeitet. So kann man eine Apple Watch nicht mit einem Android-Gerät betreiben und Devices, wie zum Beispiel die Samsung Gear funktionieren noch nicht wirklich mit iOS. Man sollte daher also gut überlegen, für welche Smartwatch man sich entscheidet und im Vorfeld recherchieren, damit es später keine bösen Überraschungen gibt.

Smartwatch Empfehlung

Unsere Top-7 findest Du etwas weiter oben in diesem Artikel. Wenn darüber hinaus jedoch noch weiterer Informationsbedarf besteht, möchte ich Dir unsere Smartwatch-Kategorie ans Herz legen. Hier finden sich weitere Testberichte und Reviews. Die Übersicht findest Du hier!